1. westfälischer Pilgertag

Schon der erste Auftritt des Kabarettisten Martin Funda hat es in sich: „Pilgern auf evangelisch – muss das eigentlich sein?“ wird er die Pilgerfreunde fragen.
Denn selbstverständlich ist das Pilgern für evangelische Christen nicht.
Martin Luther pilgerte zwar in jungen Jahren selbst nach Rom, hat aber später in seinen Schriften an mindestens 250 Stellen gegen die ausufernden Wallfahrten gewettert. „Gott sei in der Gemeinde anwesend und niemand solle glauben, man könne sich damit bei Gott irgendein Heil erwerben“, meinte er.
Heute, wo viele Menschen das Pilgern wiederentdecken, kann man kaum glauben, dass Luthers Kritik durchschlagenden Erfolg hatte. Doch das Pilgern ist damals in den evangelischen Gebieten für Hunderte von Jahren fast zum Erliegen gekommen.
Über diese Geschichte, die Aufs und Abs des Pilgerns im Christentum und auch in anderen Religionen wird im Anschluss an das Kabarett der Theologe und Pilgerführer Detlef Lienau referieren.
Nach dem Mittagessen können die Pilgerfreunde zwischen verschiedenen Ständen hin- und herziehen, eine Ausstellung über den Jakobsweg besichtigen oder einander die schönsten Wege, ruhigsten Herbergen und wirksamsten Pflaster verraten.
In den Workshops am Nachmittag besteht die Möglichkeit, sich gezielt zu informieren z. B. über das Pilgern mit Familien oder über spirituelle Impulse für das Pilgern in Gruppen.
Zum Schluss werden sechs Pilgerwege hier in Westfalen vorgestellt, darunter auch der neue Pilgerweg „Pilgern im Pott“, der entlang der Emscher von Dinslaken nach Dortmund geht und am 21. März eröffnet wird.
Pilgern – das ist etwas ganz Handfestes, Leibliches. Am Ende des Tages spürt man die Schwielen an den Füßen. Und zugleich ist das Pilgern etwas sehr Spirituelles, ein Gebet mit den Füßen, sagen manche. Vielleicht ist das sein größter Reiz.