Tag des Wassers

22.03.2012

Lebenselement Wasser


Ein blauer Planet ist unsere Erde. Ein Planet des Wassers. Im Wasser entstand das Leben. Vom Wasser ist der Fortbestand des Lebens abhängig. Wasser ist das Lebenselement. Diese schlichte Erkenntnis hat eine brutale Kehrseite: Wo kein Wasser oder kein sauberes Wasser verfügbar ist, regieren Krankheit und Tod. Kaum vorstellbar: 1,4 Milliarden Menschen leben auf unserem blauen Planeten ohne Zugang zu sauberem Wasser. An den Folgen des Genusses von verunreinigtem Wasser sterben mehr als 6.000 Menschen täglich. Millionen von Menschen plagen sich allein täglich mit der Beschaffung von Wasser: Sie sind ausgeschlossen von Bildung und Erwerbstätigkeit

Reines, sicher verfügbares Trinkwasser ist von zentraler Bedeutung für die Verbesserung der Gesundheitssituation und die Bekämpfung der Armut. Ohne sauberes Wasser – keine Entwicklung! Die Vereinten Nationen haben die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung zur Schlüsselstrategie ihrer Armutsbekämpfung gemacht. Bis 2015 soll die Zahl der Menschen ohne Zugang zu gesundem Trinkwasser und ohne ausreichende sanitäre Einrichtungen halbiert werden. Investitionen von 15 bis 20 Milliarden US-Dollar sind dazu jährlich notwendig. Woher dieses Geld nehmen? Viele Staaten setzten im Zeichen der ökonomischen Globalisierung auf die vollständige Liberalisierung ihres Wassersektors. Selbst in Deutschland und den Ländern der Europäischen Union erhöht die Finanzkrise öffentlicher Kassen die Bereitschaft die kommunale Wasserwirtschaft zu privatisieren.

Aber darf man das essentiellste aller Lebensmittel Wasser national wie international als ganz normales Handelsgut betrachten und uneingeschränkt den Renditeinteressen von Kapitalanleger unterwerfen?

Beispiele aus Schwellenländern, aber auch aus Europa zeigen, dass die Privatisierung der Wasserversorgung mitunter unabsehbare politische, wirtschaftliche und soziale Folgen hat. In Manila stellte sich die Hoffnung, dass Arme einen Zugang zu reinem Trinkwasser durch Privatisierung erhalten würden, als herber Trugschluss heraus. Das Leitungsnetz wurde durch private Investoren kaum ausgebaut. Dafür verdreifachte sich innerhalb kürzester Zeit der Wasserpreis. In Bolivien kam es zu Aufständen nachdem durch die Privatisierung der Wasserversorgung die Preise erheblich heraufgesetzt wurden.

In der privatisierten Wasserwirtschaft werden die Gewinne individualisiert. Die Kosten und Lasten jedoch hat nur zu oft die Allgemeinheit zu tragen.

Wasser ist keine übliche Handelsware wie Strom oder Gas.

Im Wassersektor, wie in anderen Bereichen unserer Gemeinwesen gilt es, den Ausverkauf unserer Lebensgrundlagen zu stoppen und ihrer Privatisierung und Kommerzialisierung zu widerstehen. Wasser ist ein Element des Lebens, ein – und das im wahrsten Sinne des Wortes – ein Lebensmittel, ein Mittel zum Leben, das keinem Menschen vorenthalten werden darf.

Mit den Worten des Franz von Assisi erzählt uns jeder Wassertropfen, jeder lebendige Fluss, Regen, Schnee, das Wasser, das wir trinken können, von der Reinheit, Klarheit und unbeschreiblichen Schönheit des Lebens. Und darin begegnet uns Gott.

Infos

Klaus Breyer

 
 
 
 
Aktueller Tag
 

Die Seite denkmal! aktuell ist ein Projekt der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen - Impressum